Jung wohnen in München: das Maas ist voll!

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Seit Jahren steigt meine Empörung über den Wohnungsmarkt in München. Da ich dort als Studentin selbst in verschiedenen Wohnungen gelebt habe, weiß ich, was das für ein hart umkämpftes Gebiet ist und wie unfreundlich es ist gegenüber jungen Menschen, die kein dickes Gehaltskonto vorweisen können. Irgendwie habe ich es damals geschafft trotz aller Widrigkeiten halbwegs vernünftigen (wenn auch überteuerten) Wohnraum zu finden. Mittlerweile kann ich nicht fassen, wie das überhaupt möglich war.

Endlose Wohnungssuche in München

Denn seit längerem unterstütze ich eine andere Person bei der Wohnungssuche auf eben jenem Pflaster, damit sie von meinen Erfahrungen profitieren kann und sich dadurch ihre Chancen erhöhen. Das Ergebnis nach über einem Jahr ist mittlerweile jedoch totale Frustration. Ich möchte einmal aufzählen, womit man sich hier (und wahrscheinlich auch anderswo) rumschlagen muss:

  • Besichtigungstermine sind so eine Sache (wenn man überhaupt einmal an einen kommt): bei einer Terminvereinbarung hieß es, das ginge nur Mo-Fr 6:00-8:00 Uhr. Darauf hin meinte ich, dass das für berufstätige Menschen, die nicht direkt vor Ort wohnen, schwierig zu realisieren ist und ob es nicht irgendwie anders ginge. Die Antwort: Wir haben 400 Wohnungen auf diese Weise vermietet. *Boom* ich glaube mein Kopf platzt.
  • Neu errichteter Wohnraum speziell für Schüler und Studenten weist höhere Preise auf als andere Wohnungen. Warum? Weil er ja brandneu ist! Geldgier äußerst schlecht getarnt als „Sozialwohnungsbau“.
  • Seit kurzem sind mehr als die Hälfte aller Wohnungsanzeigen möblierte Wohnungen, welche nur eine geringe Kaltmiete ausschreiben und die saftige Warmmiete verschweigen bzw. die Möbelnutzungskosten als Möglichkeit nutzen, die gesetzliche Mietpreisbremse zu umgehen.
  • Jedes Mal bewirbt man sich mühsam für Wohnungen, mit einer Fülle von Unterlagen, die junge Menschen dann oft noch von ihren Eltern einholen müssen, jedes Mal aufs Neue, da jede Immobilienverwaltung ihre eigenen Formulare hat und jedes Mal die aktuellen Gehaltsnachweise gebraucht werden, nur um dann entweder keinen Besichtigungstermin zu bekommen oder falls doch, dann keine Chance hat gegen die älteren, besser verdienenden Mitbewerber. Ich bin kurz davor vorzuschlagen eine Bleibe ohne vorherige Besichtigung zu mieten um weniger Zeit zu verschwenden.
  • Selbst der Versuch über WGs, mit denen man seine Hobbies teilt, scheitert an der Anzahl von Konkurrenten oder sollte ich eher sagen: Mitleidenden.
  • Provisionszahlungen für Mieter wurden zwar gesetzlich abgeschafft, jedoch finden die Immobilienverwaltungen stets neue Schlupflöcher in Bearbeitungsgebühren beispielsweise. Wahrscheinlich dank Rechtsbeistand (da können wir junge Menschen nicht mithalten) können sie das ganze wasserdicht verpacken oder sie spekulieren darauf, dass selbst eine erfolgreiche Klage sich finanziell nicht auszahlen würde. Jedenfalls reagieren sie nicht auf wiederholte, rechtlich untermauerte Rückforderungen, zu welchen den Mietern im Internet bei versteckten Provisionen geraten wird.

Ganz ehrlich die Stadt München verhöhnt uns junge Leute! Und dann hört man so etwas:

Justizminister Heiko Maas sagt:

Ich kann Mieter nur ermutigen, ihre Rechte wahrzunehmen

Sehr geehrter Herr Maas,

soll ich Ihnen mal etwas sagen? Ein junger Mensch, der für seine Ausbildung nach München kommt, hat hier überhaupt keine Rechte. Das ist das, was ich in den letzten 10 Jahren gelernt habe und die Situation spitzt sich dramatisch zu. Wer gewinnt? Die Investoren. Wer verliert? Deutschlands Zukunft!

Das Maas ist voll! Es muss sich dringend was ändern in dieser „Studentenstadt“!

Von der Kunst „Nein“ zu sagen (als Frau)

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Im SZ-Magazin lautet die aktuelle Gewissensfrage:

Eine Freundin sagt häufig Verabredungen in letzter Minute ab. Sie macht das bei allen, auch wenn andere ihretwegen Termine verschoben haben. Ich finde es rücksichtslos, sie meint, ich übertreibe. Andererseits schätze ich sie, ihre Herzlichkeit und ihren Humor. Was tun?

Ich kenne auch Personen, die das vermehrt tun, während ich zum Beispiel versuche möglichst immer zuverlässig zu sein, aber das ist auch nicht das Gelbe vom Ei:

„Nein“ sagen

Weil meine nahezu zwanghafte Zuverlässigkeit zu teilweise gesundheitsgefährdendem Stress führt, in Rahmen dessen ich mich völlig verausgabe, sehe ich den Mehrwert von Absagen und beneide Menschen, die leichter „Nein“ sagen können als ich. Denn was zunächst vielleicht egoistisch aussieht, kann in Wirklichkeit eine Notwendigkeit sein. Mache ich mich nämlich durch meinen Hang für komplexe Planung kaputt, nützt das im Endeffekt auch niemandem.

„Nein“ hören

Ein „Nein“ zu hören kann im ersten Moment großes Unverständnis auslösen. Auch ich kann nicht jede Absage anderer Menschen verstehen, selbst wenn mir die Gründe ausführlich dagelegt werden.  Allerdings bringe ich meinem Gegenüber das Vertrauen entgegen, dass diese Person selbst am besten weiß, welche Prioritäten sie setzen muss, damit sie zurechtkommt. Genauso möchte ich nämlich behandelt werden.

„Nein“ akzeptieren

Leider habe auch ich oft das Gefühl, dass Menschen an der Sinnhaftigkeit meiner Prioritätensetzung zweifeln, ein „Nein“ nicht akzeptieren können und mich das spüren lassen. Das verletzt mich sehr, denn entsprechende Entscheidungen sind für sich allein schon schwer genug. Aber wenn immer irgendjemand gekränkt ist, egal wie man sich entscheidet, ist das eine ganz unerträgliche Situation für eine Person wie mich, die es am liebsten jedem Recht machen würde.

Frauenleiden

Das bringt mich zu den typischen „Frauenleiden“, wie auch von Dr. Rebekka Reinhard dargestellt in ihrer Keynote auf der herCAREER-Messe vergangene Woche in München. Frauen sind allzu oft Perfektionisten, die nicht nur versuchen alles, was sie tun, perfekt zu machen, sondern auch noch perfekt ALLES zu machen. Wir stellen uns selbst dabei freiwillig ganz hinten an und stehen deshalb auch dann noch ganz hinten, wenn der Karnevalszug des Lebens Süßigkeiten an die Menschenmenge verteilt.

Was also tun?

Wir Frauen müssen lernen „Nein“ zu sagen und dazu zu stehen, vor allem dann wenn wir uns regelmäßig dabei ertappen gerade dabei zu scheitern. Alle anderen Menschen können uns dabei unterstützen, indem sie lernen ein „Nein“ zu hören und zu akzeptieren. Bei uns Frauen klappt letzteres meistens ohnehin schon viel zu gut.


P.S.: Nur wenige Minuten nachdem ich diesen Text verfasst habe, kam ich tatsächlich wieder in Überlegungen, ob ich meine eigene Planung völlig verkompliziere nur um jemanden anderem in seiner bereits fixen etwas entgegenzukommen, obwohl meine Pläne ursprünglich früher entstanden sind. Nach kurzem Zusammenzucken, als ich mich bei diesen Gedanken ertappte, beschloss ich: nein, der Stress ist das nicht wert.

Ein paar Stunden später entschuldigte sich eine sehr kompetente Kollegin in einem Meeting dafür, dass sie einen dargestellten Zusammenhang nicht verstanden hat. Gerne hätte ich ihr gesagt: nein, das musst du nicht, ich habe ihn auch nicht auf Anhieb verstanden, weil er sehr komplex und daher sichtlich schwierig zu erklären ist.

Am nächsten Morgen hatte ich es eilig und bin aus dem Haus gestürmt ohne an alles gedacht zu haben, wie es optimalerweise sonst der Fall gewesen wäre. Ich sagte mir, nein, ich ärgere mich jetzt nicht darüber, dass ich Fehler mache.

Minuten später will ich mein Computer-Passwort in der Arbeit eingeben, gedankenabwesend tippe ich tatsächlich: nein.

Es tut sich was

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Nachdem unter anderem der Film „Cowspiracy“ aufdeckte, welch dramatischen Effekt die Nutztierhaltung auf unser Klima hat (nämlich größer als der gesamte globale Verkehrssektor) und wie dieser Umstand von quasi sämtlichen Klimaschutzorganisationen totgeschwiegen wurde, tut sich nun endlich etwas von politischer Seite. Ein Schritt in die richtige Richtung:

Agrarministerium empfiehlt Fleischverzicht zum Klimaschutz

Bundesregierung enttäuscht mit einseitiger Bewertung veganer Ernährung

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Vegane Ernährung kann Risiken haben. So lautet der Titel einer kürzlich veröffentlichten Erklärung der Bundesregierung. Ist also von einer solchen pflanzenbasierten Ernährungsform abzuraten? Der Anreiz des Veganismus erstreckt sich über vielerei Dimensionen – von ethischen über ökologische bis zu gesundheitlichen. Zu letzteren gibt die Bundesregierung nun sogar offiziell ihre Stellungnahme ab. Zunächst spricht sie dabei von ausgewogener Ernährung, welche viele Menschen durch Vegetarismus und in den den letzten Jahren verstärkt auch durch Veganismus zu erreichen versuchen. Deshalb weichen bei der Bevölkerung zunehmend tierische Produkte pflanzlichen Lebensmitteln, so dass sich derzeit schätzungsweise 0,1 bis 1 Prozent der Deutschen vegan ernähren. Wie wirkt sich diese Ernährungsform auf die Gesundheit aus?

Veganismus = Verzicht?

Im Originaltext wird dabei von Verzicht auf tierische Produkte gesprochen. Nicht gerade objektiv, denn die_der Durchschnittsveganer_in würde das wahrscheinlich nicht so ausdrücken. Schließlich verbannt sie_er vorsätzlich und gewollt tierische Produkte aus ihrem_seinem Leben, weil sie_er diese beispielsweise für unethisch und schädlich hält. Ansonsten müsste ich von mir behaupten, ich würde darauf „verzichten“, krebserregende Tierkörper zu verzehren und Kälber umbringen zu lassen, um die eigens für sie existierende Muttermilch selbst zu konsumieren. Normalerweise „verzichtet“ mensch auf etwas, was einem Freude bereitet, wie soll das hier zutreffen können?

Nährstoffdefizite möglich

Welche Auswirkungen auf die Gesundheit hat also das VERBANNEN tierischer Lebensmittel? Die Bundesregierung stützt sich dabei auf eine Publikation der Organisation „Deutsche Gesellschaft für Ernährung“, kurz DGE. Diese stellt fest, dass vor allem die Versorgung mit Vitamin B12 bei der veganen Ernährung erschwert wird. Das ist tatsächlich so, aber gilt nicht ausschließlich für Veganer (mehr dazu findet ihr hier). Weitere kritische Nährstoffe, die bei der veganen Ernährunge angeblich zu kurz kommen können, sind unter anderem Vitamin D, Riboflavin, Calcium, Eisen, Jod und Zink. Die DGE rät daher von veganer Ernährung für Bevölkerungsgruppen ab, bei welchen ein erhöhter Nährstoffbedarft besteht, nämlich für Kinder, Jugendliche, Schwangere und Stillende. Allen anderen sich vegan ernährenden Menschen werden bewusste Lebensmittelauswahl und Ernährungsergänzungen empfohlen. Dauerhafte vegane Ernährung scheint so ja schwer realisierbar. Komisch eigentlich, gleich im nächsten Abschnitt heißt es „Veganer leben oft gesünder“.

Vegan trotzdem gesünder, was denn jetzt?

Tatsächlich ergibt sich aus vielerlei Studien, dass Pflanzenköstler_innen gesünder sind. Ganz klar ist der Konsum vollwertiger, pflanzlicher Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Getreideprodukten förderlich für die Gesundheit. Desweiteren scheinen diese Teile der Bevölkerung generell einen gesunden Lebensstil zu pflegen, mit erhöhter körperlicher Aktivität und verminderten Konsum gesundheitsschädlicher Genussmittel wie Zigaretten und Alkohol. Trotz dieser Resultate legt die Bundesregierung den Fokus im Titel und Text ihrer Erklärung auf die Risiken veganer Ernährung.

Mein Fazit

Das ist natürlich die sicherste Variante, denn falls es sich zeigen sollte, dass die Risiken veganer Ernährung doch nicht überwiegen, hat mensch auf diese Weise zwar nichts Gutes aber auch keine Verschlechterung des Ist-Zustands erreicht. Sollte sich herausstellen, dass die Risiken doch im Vordergrund stehen, kann die Politik getrost auf diese Erklärung verweisen. In keinem der beiden Fälle kann sie also an den Pranger gestellt werden. Verstärkt nur die negative Seite einer Medaille zu beleuchten, um auf der sicheren Seite zu sein, anstatt es objektiv mit beiden Seiten zu tun, ist absolut nicht das, was ich mir von unserer Bundesregierung erwarte. Ja mensch muss Vorsicht walten lassen, wo es um gesundheitliche Aspekte geht, aber umfassende Bildung und Aufklärung halte ich diesbezüglich für sinnvoller, so dass jede_r Bürger_in auf Basis einer ausgewogenen Informationslage selbst entscheiden kann, ob sie_er den Schritt zu einer gesünderen Ernährung wagt und wie sie_er dabei die eigene Nährstoffzufuhr kontrollieren kann. Im Moment klingt die Haltung der Bundesregierung für mich leider eher so:

Eigentlich leben Veganer_innen gesünder, aber in Einzelfällen ist die ausreichende Nährstoffaufnahme gefährdet, die sich zwar korrigieren ließe, aber lieber nimmt mensch mehr Nährstoffe zu sich, inklusive mehr ungesunde, als die schädlichen zu reduzieren und ein Auge auf die wertvollen zu haben, weil dafür ist der mensch ja zu beschränkt, da raten wir mal lieber davon ab.

Womöglich steht einer objektiveren Bewertung veganer Ernährung in Wirklichkeit auch die Verstrickung zwischen Politik und Wirtschaft im Weg, wie das so oft, nicht nur hierzulande, im Verborgenen geschieht. Schließlich hängt ein großer Wirtschaftsektor an der Tierausbeutung sowie an der medizinischen Betreuung der durch ungesunde Ernährung hevorgerufenen Zivilisationskrankheiten wie zum Beispiel Herz-/Kreislaufbeschwerden oder Krebserkrankungen.

Weil ich die Erklärung der Bundesregierung für nicht sehr gelungen halte, habe ich mich auch näher mit dem Originaltext der DGE, auf dem sie beruht, beschäftigt und werde bald darüber berichten. Vorab: die DGE äußert sich insgesamt etwas objektiver und informativer zu dieser Thematik, wenn auch nicht viel.


Diesen Beitrag habe ich für ANIMALS UNITED e. V. geschrieben zu finden unter https://www.animalsunited.de/bundesregierung-enttaeuscht-mit-einseitiger-bewertung-veganer-ernaehrung/

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Geldstrafe für Essensreste

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Erfreuliche Neuigkeiten erreichen uns aus der Gastronomie, die neuerdings Geldstrafen für Essensreste zum Einsatz bringt: Wer nicht aufisst, muss Strafe zahlen

Wenn man sich überlegt, wie achtlos gerade dort von den Konsumenten mit Essensresten umgegangen wird, gerade auch bei Buffets, scheint das eine sehr sinnvolle Methode zu sein zum Umdenken anzuregen.

Dass Asia-Restaurants dabei ganz vorne mitspielen, ist wenig verwunderlich. Zum einen sind eben dort „All you can eat“-Angebote keine Seltenheit und zum anderen scheint mir der sparsame Umgang mit Lebensmitteln gerade in asiatischen Kultur gut verankert zu sein, während er unserer Gesellschaft quasi abhanden gekommen ist in der Masse.

Außer bei Buffets könnte es aber ratsamer sein, den Gästen ihre Essensreste einzupacken, denn es ist durchaus nicht selten, dass man tatsächlich ein Gericht nicht vollständig aufessen kann. Oft ist ja auch nicht davor zu erahnen, wie groß es letztendlich ausfällt. Der dabei entstehende Verpackungsmüll ist jedoch zugegebenerweise auch nicht wirklich erfreulich.

Erfahrungsgemäß mache ich persönlich meine Buffetteller leichter leer als bei anderen Servierformen, aber ich weiß auch, dass das nicht unbedingt die Regel sein muss beim Durchschnittskunden.

Zu erwähnen ist allerdings noch, dass die Einnahmen der Geldstrafen gleichzeitig auch dem guten Zweck dienen können in Form von Spenden, was bereits praktiziert wird. Insgesamt handelt es sich dabei also um eine sehr sinnvolle Maßnahme!

Respekt Herr Schäuble

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Ich rechne es Angela Merkel ja sehr hoch an, wie viel Herz sie bewiesen hat in der Flüchtlingskrise. Wahrscheinlich hat auch sie dabei, wie jeder Mensch es tut, Fehler gemacht. Aber ihre grundsätzliche Haltung hat mir imponiert. Und auch schon davor war ich erfreut, dass wir mit ihr eine Kanzlerin haben, deren Ziel es nicht ist „everybody’s darling“ zu sein, sondern an konkreten Lösungen für diverse Probleme zu arbeiten ohne dabei möglichst viel medienwirksamen Lärm zu machen, wie gewisse andere Politiker. Ich denke dabei unter anderem an die „Attacken gegen Merkel“ der CSU, wie es Wolfgang Schäuble so schön formuliert hat. Mit ihm hat Merkel einen erfahrenen und ebenfalls zielorientierten Minister an ihrer Seite.

Im Interview mit der Zeit hat Schäuble das vor kurzem aufs Neue bewiesen, indem er deutlich formulierte, dass wir die Probleme Afrikas nicht ignorieren können. Damit hat er völlig recht, schon allein aus Vernunftsgründen müssen wir auf die dortigen Entwicklungen reagieren beispielsweise auf die Fluchtursachen. Er äußerte sich hierzu folgendermaßen:

Die Abschottung ist doch das, was uns kaputt machen würde, was uns in Inzucht degenerieren ließe. Für uns sind Muslime in Deutschland eine Bereicherung unserer Offenheit und unserer Vielfalt. Schauen Sie sich doch mal die dritte Generation der Türken an, gerade auch die Frauen! Das ist doch ein enormes innovatorisches Potenzial!

Das von einem regierenden Politiker zu hören, ist Balsam für die Seele wie ich finde. Ich erwische mich oft dabei, wie ich beim Einkaufen, in der U-Bahn oder Ähnlichem mich umschaue und die kulturelle Vielfalt Deutschlands bemerke. Ja, manchmal gibt es sogar Situationen, in denen ich auf der Straße von mehr Fremdsprachen umringt bin als von der deutschen Sprache. Mir macht das keine Angst, zunächst einmal weil mich Sprachen faszinieren und außerdem weil ich gleichzeitig sehe, dass wir alle miteinander in Frieden leben und die meisten von uns auch nichts anderes wollen als gerade das.

Natürlich gelingt das nicht einfach so, ich mache mir da keine Illusionen. Unter anderem ist dabei Integration eine wichtige Aufgabe für uns alle, aber wenn sie gelingt, ja, dann handelt es sich in der Tat um eine Bereicherung. Eine Gesellschaft, welche in sich eingeschlossen und eintönig ist, birgt viele Risiken, gerade auch wenn sie anfängt ihre Maßstäbe an den Rest der Welt anzulegen, das hat uns die Vergangenheit oftmals gelehrt. Und um es noch einmal medienwirksam auszudrücken:

Wir sind bunt und das ist auch gut so!

 

Egal wie Frau’s macht, es ist falsch

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Gibt es nur eine Art sich zu kleiden? Nein? Na sowas.

Aber es gibt anscheinend Arten, wie man sich nicht kleiden darf. So hat ein Hallenbad neulich Burkini-Verbot ausgesprochen. Beim Burkini handelt es sich um einen Ganzkörperschwimmanzug, der von muslimischen Frauen zum Baden genutzt wird. Mir erschließt sich das Verbot nicht wirklich, kann mich jemand aufklären, was das soll?

Der Bikini hat sich seit jeher gewandelt und davor der Badeanzug ebenso. Früher war generell vieles noch hochgeschlossener, wenn es um Damenbekleidung geht. Nun brauchen wir nur noch einen Hauch von Stoff um alles nötige zu verdecken (wobei die Definition davon auch variiert von Mensch zu Mensch). Ich persönlich gehe entweder im Bikini baden oder im Ganzkörperanzug.

Ja, kein Scherz, den brauch ich nämlich für Aktivitäten in kalten Gewässern. Die meisten europäischen Badeorte haben heutzutage eher ein Problem mit zu freizügiger (oder fehlender) Bekleidung. Aber allzu hochgeschlossen darf es nun auch nicht mehr sein im Schwimmbad, aber am Meer schon, vor allem auch für diverse Wassersportarten, da darf dann auch der Kopf miteingepackt sein, auch bei Männern kein Problem, aber FKK ist da im Allgemeinen nicht gestattet, im Schwimmbad auch nicht, auch nicht oben ohne, oben ohne geht dagegen schon hier und da am Meer.

Aja…

Was geht es euch an, was ich zum Baden trage, solange ich niemanden damit Schaden zufüge?

Update:

Die Debatte spitzt sich zu, ich persönlich fühle mich weiterhin nicht durch den Burkini bedroht und finde es eine Frechheit dieses Kleidungsstück so zu ächten, während ich oben gezeigten Anzug tragen darf ohne dasselbe erfahren zu müssen:

Weitere französische Städte beschließen Burkini-Verbot

Im Bann des Burkini

„Der Burkini ist eher ein Zeichen von Integration“

Vollverschleierung – es geht um ein Weltbild, nicht um Stoff

Warum wir uns über Burkinis freuen sollten

Ich soll mich über Burkinis freuen – dein Ernst!?

„Freiheit ist, wenn eine Frau oben ohne neben einer Frau im Burkini liegen kann“

 

Ein verstörendes Wochenende

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Sehr traurig haben mich die Meldungen am Wochenende gemacht, auch aus persönlichen Gründen:

Einerseits die Nachrichten über die Attacken in Orlando, zunächst auf Christina Grimmie, der ich schon auf YouTube gefolgt bin, als sie noch ein noch nicht so bekannter Teenager mit einer großen Stimme und großen Träumen war.

Dann gab es ebenfalls in Orlando diesen schrecklichen Angriff auf einen Nachtclub, ebenfalls ein ganz scheußliches Verbrechen, durch das viele Menschen plötzlich und gewaltsam aus ihren Leben gerissen wurden, womöglich nur deswegen weil sie eine eine bestimmte sexuelle Orientierung haben.

Auch die Krawallen rund um die Fußball-EM zeigten völlige Skrupellosigkeit auf, mit mindestens einem Todesopfer. Wie kann man wegen eines Spiels so eine Wut auf andere Personen haben und zwar schon vor Spielbeginn?

All diese betroffenen Menschen wollten einfach nur eine gute Zeit haben am Wochenende, bei einem Konzert mit Autogrammstunde, in einem Club und im Stadion. Wie ihnen das zum Verhängnis werden konnte, ist unbegreiflich.

Ich denke auch immer noch täglich an die Opfer und Betroffenen der Fluten gerade auch im benachbarten Niederbayern. Mühsam müssen sich viele ihr Leben neu aufbauen und das Wetter ist weiterhin äußerst unbeständig.